Zur „Humanistischen Körperpsychotherapie” – HKPT

Von 1996 bis 2006 haben ca. 30 gemeinsame Klausuren mit vielen engagierten Mitgliedern der AABP stattgefunden. In diesem Rahmen haben wir die verschiedenen Körperpsychotherapie-Schulen, in denen wir ausgebildet wurden, theoretisch, praxeologisch und methodologisch verglichen. Dabei zeigte sich, dass die Unterschiede vor allem in der Diktion, in technischen Details und im Arbeitsstil liegen und dass die Kernkonzepte in den für uns relevanten Richtungen übereinstimmen; es wurde klar, dass wir dasselbe Verständnis, dieselbe Grundhaltung, einen sehr ähnlichen theoretischen Zugang zur Körperpsychotherapie haben, mit wenigen methodischen und etwas größeren individuellen Unterschieden in der praktischen Arbeit.
Damit vollzog auch die AABP den Trend, der sich in der EABP zeigte: Weg von der Schulen-Orientierung hin zu einer allgemeinen Körperpsychotherapie.
Als Konsequenz hat der Vorstand der AABP 2006 die in diesem Prozess engagierten Kolleginnen und Kollegen beauftragt, als „Aus- und Weiterbildungsteam“ Weiterbildungen für Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten zu entwickeln und zu organisieren.

Zeitgleich wurde der Entschluss gefasst, um Anerkennung als Ausbildungsinstitution für Körperpsychotherapie anzusuchen; 2011 wurde ein Antrag unter der Bezeichnung „Integrative Körperpsychotherapie“ eingereicht, allerdings wegen inhaltlicher Schwächen zurückgezogen.
Das hat zu weiteren intensiven inhaltlichen Auseinandersetzungen geführt, auch in Kooperation mit Prof. Dr. Ulfried Geuter aus Berlin (der uns als Gastdozent zur Seite steht); mit mehreren Workshops und kontinuierlichem schriftlichen Austausch untereinander haben wir die Hinwendung zu einer Körperpsychotherapie, die die Schulenkonzepte zu Gunsten der allgemeinen Basis der Körperpsychotherapie zurückstellt, deutlicher dargestellt und unsere Verwurzelung im humanistischen Denken expliziter gemacht. Das entspricht auch dem theoretischen Diskurs in der EABP, besonders in Deutschland.

In diesem Sinn haben wir am 27. September 2016 einen Antrag auf Anerkennung im Gesundheitsministerium zur Weiterleitung an den Psychotherapie-Beirat übergeben; dieser wurde allerdings aus formalen Gründen zurückgewiesen.

Da das Gesundheitsministerium klar die Meinung vertritt, dass ein Dachverband wie die AABP nicht Träger eines Fachspezifikums sein kann, haben wir als Ausbildungsverein die „Arbeitsgemeinschaft für Humanistische Körperpsychotherapie“ gegründet, der die Anerkennung für die von uns gelehrte Humanistische Körperpsychotherapie weiter anstrebt.