8. Weiterbildungscurriculum Februar 2027 bis März 2029
ZIELE DES WEITERBILDUNGS-CURRICULUMS
Erlernen der grundlegenden Haltung und spezifischen Techniken der Humanistischen Körperpsychotherapie (HKPT)
Erfahren neuer Dimensionen der Wahrnehmung für körperlich-psychische Prozesse
Erweiterung der psychotherapeutischen Kompetenz durch bewusstes Miteinbeziehen von Sprache und Gedächtnis des Körpers
Kennenlernen neuer Arbeitsmöglichkeiten mit präverbalen und nonverbalen Prozessen
Integration körperpsychotherapeutischer Interventionen in die eigene Methode
INHALTE
1. EINFÜHRUNG IN DIE HKPT IN THEORIE UND PRAXIS
Dieses Seminar bietet einen theoretischen und praktischen Einstieg in HKPT an. Über das Erleben des eigenen Körpers in Haltung, Atmung und Bewegung wird erforscht, wie sich emotionale Schutzhaltungen ›verkörpert‹ haben und Gefühle, Stimmungen, Selbstbild und Sein beeinflussen.
2. ATMUNG – THERAPEUTISCHE UND DIAGNOSTISCHE ASPEKTE
Atmung ist ein zentrales Element in der HKPT, weil sie (u.a.) direkten Einfluss auf Intensität, Eigenwahrnehmung und Ausdruck von Gefühlen hat. Unterschiedliche Atemmuster sind meist gut wahrnehmbar und diagnostisch relevant. Sie bewusst wahrzunehmen und zu beeinflussen ist ein wesentlicher Teil des Therapieprozesses.
3. GROUNDING – VERTIKAL UND HORIZONTAL
Grounding beschreibt die Beziehung zum Boden, zur Erde, wie sich halten und die Verbundenheit im Stehen und im Liegen anfühlen (horizontales – vertikales Grounding). Aus dieser Erfahrung – dem Da-Sein – entwickelt sich die Beziehung zu anderen. Als therapeutisches Agens fördert Grounding u.a. Stabilität und Kontakt zur Realität. Auch der diagnostische Aspekt wird thematisiert.
4. KONTAKT – BEZIEHUNG – BERÜHRUNG
Die psychotherapeutische Beziehung ist in der HKPT – wie in fast allen Psychotherapie-Methoden – der wichtigste Wirkfaktor. Die prägenden lebensgeschichtlichen Bindungserfahrungen sind verkörpert und aktualisieren sich auch in der therapeutischen Beziehung. Konkrete taktile Berührung ist eine Form des Kontakts, die nur in einer sicheren, vertrauensvollen Beziehung heilend wirken kann. Wir setzen uns damit auseinander, ob, wann und wie taktile Berührung in einer therapeutischen Situation angewendet werden kann – und auch, wann sie nicht angebracht ist. Die Bedeutung der Intention und die unterschiedlichen Qualitäten von Berührung werden erfahrbar gemacht.
5. KÖRPERPSYCHOTHERAPEUTISCHE GRUPPEN-SELBSTERFAHRUNG
Die Selbsterfahrungs-Seminare geben Raum, sich tiefer auf die eigene Dynamik einzulassen und die Beziehungen in der Gruppe, auch unter dem Aspekt von Übertragung, zu bearbeiten. Dabei ergibt sich die Möglichkeit, körperpsychotherapeutische Praxis durch die Lehrtherapeut:innen zu erleben, einzuordnen und zu reflektieren.
6. ÜBERTRAGUNG UND GEGENÜBERTRAGUNG
stellen auch in der HKPT wichtige therapeutische Instrumente für den Zugang zur Geschichte und unbewussten Erfahrungswelt der Klient:in dar. Die bewusste Wahrnehmung eigener Körperempfindungen der Therapeut:in und die Zuordnung als somatisch-affektive Resonanz erweitern das Spektrum zum Aufgreifen unbewussten Materials.
7. DIAGNOSTIK IN DER KÖRPERPSYCHOTHERAPIE
Der Vorgang der Diagnostik ist ein differenzierter und vielfältiger Prozess auf mehreren Ebenen, der dazu dienen soll, die Klient:in möglichst umfassend kennenzulernen. Körperpsychotherapeutische Diagnosemethoden, die eine Erweiterung des diagnostischen Blickwinkels bewirken können, werden vorgestellt. Die körperliche Resonanzebene wird durch verschiedene Übungen deutlicher erfahrbar.
8. PULSATION – RHYTHMIK DES LEBENS
In diesem Workshop lernen Sie theoretische und praktische Grundlagen der auf Wilhelm Reich basierenden Arbeit kennen. Dabei geht es vor allem um Pulsation, Segmentarbeit und Energiefluss. Selbsterfahrungs-Übungen ermöglichen die Wahrnehmung ihrer konkreten Wirkung sowohl auf psychischer als auch auf körperlicher Ebene und geben damit Hinweise, wie sie im therapeutischen Prozess eingesetzt werden können.
9. KÖRPERPSYCHOTHERAPEUTISCHE GRUPPEN-SELBSTERFAHRUNG
Die Selbsterfahrungs-Seminare geben Raum, sich tiefer auf die eigene Dynamik einzulassen und die Beziehungen in der Gruppe, auch unter dem Aspekt von Übertragung, zu bearbeiten. Dabei ergibt sich die Möglichkeit, körperpsychotherapeutische Praxis durch die Lehrtherapeut:innen zu erleben, einzuordnen und zu reflektieren.
10. GRUNDLAGEN DES ARBEITENS MIT TRAUMATISCHEN ERFAHRUNGEN – SCHWERPUNKT STABILISIERUNG
An diesem Wochenende werden die Rolle des Körpers und der biologischen Abläufe während eines traumatischen Ereignisses verdeutlicht. Im Besonderen werden körperpsychotherapeutische Interventionen und Übungen angeleitet, mit deren Hilfe Sie mit Ihren Klient:innen mehr Stabilität und Stärkegefühl erarbeiten können. Damit wird die notwendige Basis geschaffen, um ein traumatisches Erlebnis durchzuarbeiten. Das körperpsychotherapeutische Konzept für das Verarbeiten von traumatischen Erlebnissen mittels Einbeziehen der Körperimpulse wird vorgestellt.
11. PSYCHOSOMATIK
Zu dem Begriff ›Psychosomatische Erkrankungen‹ gibt es verschiedene Zugänge und Ansätze. Aus dem Blickwinkel verschiedener Fachbereiche spricht man unter anderem von somatoformen Störungen, Befindlichkeitsstörungen, psycho–somatischen Erkrankungen im engeren Sinne und Konversionssyndromen. Die HKPT bietet Haltungen und Werkzeuge für den Umgang mit Körpersymbolik und Körpersprache an, erklärt aber auch die zugrunde liegenden physiologischen und energetischen Abläufe im Körper. Besonders wichtig für Klient:innen mit psychosomatischen Erkrankungen ist es, den Körper nicht nur als Ort des Leidens, sondern auch angenehm und als Ressource wahrnehmen zu lernen.
12. INTEGRATION UND ABSCHLUSS
Anhand Ihrer persönlichen Entwicklung während des Curriculums wird der Zugang zum Prozessdenken in der HKPT verdeutlicht. Ein weiteres Ziel dieses Seminars ist es zusammenzufassen und die Implikationen für die eigene Praxis zu reflektieren. Wie können Sie Ihre Erfahrungen während des Curriculums für Ihre persönliche Arbeitsweise am besten integrieren und umsetzen?
Im Rahmen dieses Seminars findet die Abschlussprüfung statt.
Humanistische Körperpsychotherapie kann nur im eigenen Erleben erlernt werden. Erst durch vertiefte Erfahrung können die vermittelten Inhalte integriert und therapeutisch angewendet werden. In den Seminaren bieten wir daher Selbsterfahrung, praktisches Üben und theoretische Vermittlung an.
Die Einzel-Selbsterfahrung bei eine:m Lehrtherapeut:in derARGE-HKPT dient der kontinuierlichen Prozessbegleitung.
Die Zeiten für Supervision, Peergroup und Selbsterfahrung sind individuell zu vereinbaren. Das Curriculum entspricht den Fort- und Weiterbildungsrichtlinien für Psychotherapeut:innen des Gesundheitsministeriums und ist beim ÖBVP zur Zertifizierung eingereicht. Teilnehmer:innen, die das gesamte Curriculum und die gesetzlich vorgeschriebene Abschlussprüfung absolvieren, erhalten ein Zertifikat der Arbeitsgemeinschaft für Humanistische Körperpsychotherapie.
Wir behalten uns vor, bei Bedarf Änderungen in der Organisation vorzunehmen.
Für weitere Informationen kontaktieren Sie bitte: Dr.in Eva Wagner-Margetich: 0664 7363 4020 oder Petra Karner: 0699 113 66 987