Beschreibung der methodenspezifischen Ausrichtung der Humanistischen Körperpsychotherapie (in Folge HKPT genannt)

Die HKPT ist eine Psychotherapie-Methode, die auf dem humanistischen Menschenbild basiert und in der Tradition der humanistisch-orientierten Reich-Schülerinnen und -Schüler sowie Schulengründerinnen und Schulengründern der Sechziger- und Siebzigerjahre steht. Der zentrale Ansatz der Methode besteht sowohl in der Theorie als auch in der praktischen psychotherapeutischen Arbeit darin, von der Körper-Psyche-Einheit im Sinne des englischen Begriffs „body-mind“ auszugehen. Die Körper-Psyche-Einheit verstehen wir als eine subjektive Einheit im Erleben und in der Erfahrung.

Daher ist die HKPT eine erlebenszentrierte Psychotherapie-Methode, die in der therapeutischen Arbeit grundsätzlich Prozesse des Körpererlebens und des Körperausdrucks einschließt. Sie reflektiert im psychotherapeutischen Dialog den Körper auf vielfältige Weise und bezieht ihn in die Behandlung ein.

Als Basis des psychotherapeutischen Prozesses sehen wir die wohlwollende, akzeptierende Präsenz der Psychotherapeutin, des Psychotherapeuten in einem therapeutischen Miteinander mit der Klientin, dem Klienten und im Vertrauen auf ihre Selbstheilungskräfte.

Das Körpererleben ist die Grundlage der subjektiven Erfahrung. Zwischenmenschliche Beziehungen sind durch frühe Gestaltungen des Beziehungsgeschehens geprägt, die in der kindlichen Entwicklung von Anfang an wesentlich in einer Einheit von körperlichem und psychischem Kontakt erfolgen und zur Herausbildung grundlegender Muster des Erlebens und Verhaltens führen. Menschen entwickeln aufgrund ihrer Lebenserfahrungen demnach körperlich-psychische Muster und Strukturen, die Verhalten, Wahrnehmung und Beziehungsgestaltung entscheidend prägen.

In ihrer Behandlungspraxis bedient sich die HKPT wissenschaftlich-psychotherapeutischer Methoden, die im psychotherapeutischen Gespräch und mittels einer reflektierten Arbeit mit dem Körper versuchen, psychische Störungen zu lindern und zu heilen. In der Arbeit mit Affekten, Emotionen, Gefühlen und deren Regulation berücksichtigt sie in besonderer Weise die Arbeit mit der Körperwahrnehmung, den Körperspannungen, dem Körperausdruck, der Körperkommunikation und dem Atem.

Diese Aspekte werden auch für eine methodenspezifische Diagnostik herangezogen. Die Diagnosestellung erfolgt in der Begegnung zwischen Psychotherapeutin, Psychotherapeut und Klientin bzw. Klient in der Entwicklung und im Rahmen der psychotherapeutischen Beziehung. Aus der Sicht unserer Methode handhaben wir die Diagnostik als eine ganzheitliche Mehr-Ebenen-Diagnostik, die Aspekte der Körperlichkeit und des Körpererlebens einschließt. Neben der ausführlichen verbalen Exploration und Anamnese beziehen wir bewusstes Wahrnehmen und Verstehen des körpersprachlichen Ausdrucks und der körper- sprachlichen Kommunikation ebenso ein wie die somatisch-affektive Resonanz der Psychotherapeutin, des Psychotherapeuten.

HKPT wird im Einzel- und gruppenpsychotherapeutischen Setting praktiziert. Im Rahmen der psychotherapeutischen Arbeit besteht Flexibilität: Entsprechend den Erfordernissen des Therapieprozesses sitzt, liegt oder steht die Klientin bzw. der Klient und kann sich auch im Raum frei bewegen. Grundsätzlich wird in der Psychotherapiesitzung ein offener Raum der Erfahrung angeboten, den die Klientin, der Klient und die Psychotherapeutin, der Psychotherapeut prozessbezogen strukturieren können.